Der 27. November war ein besonderer Tag im Leben der beiden offensichtlich, nicht türkischen Mädels, Greta und Laura.
Geplant war der Kurztrip nach Mardin, einer schon von vielen Leuten gehörten, sehr schönen Stadt im tiefen Osten der Türkei. Um 16 Uhr verließen wir Ankara: Vor uns lag eine 14 Stundenlange Busfahrt, viele interessante Bekanntschaften, Desinfektion am laufenden Band und schließlich eine Ankunft in einer Stadt, die man nun nicht gerade „Metropole“ nennen konnte!
Wer uns beide Mädels kennt, der weiß, dass wir nicht gerade das Ebenbild von zwei Türkinnen sind: Beide mehr oder weniger blond, jedenfalls hellere Haare, nicht unbedingt die stillsten eine von uns ziemlich groß, also im Allgemeinen recht auffällig. Nun, das haben wir auch bei so ziemlich jeden Stopp gemerkt. Sobald wir aus dem Bus stiegen folgten uns die Blicke nur so und wir fühlten uns auf Schritt und Tritt beobachtet. Bei einem Halt, war es tatsächlich soweit, dass sich zwei Kerle durchgerungen haben uns anzusprechen. Der Clue in der Türkei: Wenige Tuerken können Englisch. Irgendwie fragt man sich da natürlich auch, wieso sie einen ansprechen, wenn es höchstwahrscheinlich zu keinem Gespräch kommen wird.
Nun, Greta hat es doch mit ihren vereinzelten Türkischkenntnissen geschafft ein kleines Gespräch anzufangen. Als sie nach ihrer Nummer fragten, erwiderte sie nur „ihr kriegt sie später!“. Die beiden lachten wohl etwas, doch klein Greta schien dies nicht weiter zu irritieren. Sie waren wohl auch auf ihrem Weg nach Mardin.
Später im Bus, erzählte mir Greta um was es in dem ganzen Gespräch ging und war schon fast etwas beglückt, dass wir ein paar türkische Kerle in Mardin kennen, denn dies kann durchaus sehr nützlich sein. Bedauerlicherweise musste ich ihr mitteilen, diese beiden schnieken Burschen seien nicht Teil der Passagiere unseres Busses. Nun, das war der Punkt, an dem sie realisierte, wieso sie lachten als Greta meinte sie würde ihnen ihre Nummer später geben.
Tja, in dem Moment schien es nicht weiter dramatisch, aber später wären wir doch über ein wenig Hilfe erfreut gewesen…
Die Türken scheinen es mit der Sauberkeit, zumindest in Bussen sehr wichtig zu nehmen. Ab und an gibt es was zu Trinken oder auch Süßigkeiten, aber vorher müssen die Hände jedes Mal, so schien es zumindest, noch desinfiziert werden und der Lufterfrischer darf auch nicht fehlen.
Wir haben also ca. 14 Stunden nach Mardin gebraucht und kamen gegen 6 Uhr morgens dort an.
Nun, erwartet hatten wir: Eine schöne Stadt, mit netten Leuten und leckerem Essen.
Angetroffen haben wir: Eine tote Stadt, nicht gerade atemberaubend, ein Haufen Vieh, dessen letzte Stunde geschlagen hat und ein Polizeiauto, welches uns schleichend folgte.
Ja, das war ein Spaß. Im Prinzip hatten wir ja keine großen Vorstellungen von Mardin, jedoch schien uns die Situation etwas suspekt: Der Busfahrer lässt uns irgendwo an der Straße raus, kein Busbahnhof in der Nähe, wo wir vielleicht hätten schlafen können, um dann schließlich ,zu einer humaneren Zeit, nach essen zu suchen.
Unsere Verzweiflung machte sich übrigens immer durch große Lachausbrüche mitten auf der Straße bemerkbar.
Das war der Punkt, als wir uns Achmed und Jamal zurückgewünscht hatten.
Wir entschieden also einfach den Berg hochzulaufen. Kurz darauf machte sich ein Polizeiauto bemerkbar. Es schlich an uns vorbei und wir hofften einfach nur es würde weiterfahren, welches es auch von Zeit zu Zeit tat, aber von Eile war da nicht die Rede. Ab und an blieb es auch stehen und wir entschieden unauffällig an ihnen vorbei zu laufen, aber wie gesagt, bei uns war von unauffällig nicht die Rede! Wir schafften es im Endeffekt trotzdem, dachten wir zumindest, bis sie uns wieder einholten. So ging es eine Weile und ganz wohl war uns dabei nicht. Nun, schließlich hielten sie irgendwann an, fragten wo wir her seien, wir antworteten natürlich ganz freundlich und schon war der Spaß vorbei. Sehr strange….Zunächst waren wir also nicht ganz so angetan von dieser angeblich so schönen Stadt Mardin, wobei die Landschaft rundherum tatsächlich sehr schön war, aber was uns die nächsten Tage erwartete, war einfach der Hammer, zum verzweifeln und zum wegschmeißen.
Montag, 14. Dezember 2009
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen